Wie kann ich mein Vorschulkind auf das Lesen und Schreiben vorbereiten?

Viele Eltern stellen sich die Frage, wie sie schon bei ihrem Kind im Kindergartenalter die Grundlagen für das spätere Lesen und Schreiben legen können. Hierfür gibt es im täglichen Alltag mit den Kindern viele Gelegenheiten.

Sprachspiele

Schon den allerkleinsten Kindern machen Berührungsspiele, Klatschspiele und Fingerspiele, die mit Sprache verbunden sind, viel Spaß. Hierbei lernen die Kleinen ganz nebenbei, dass die Sprache einen Rhythmus, also Wörter und Silben hat. Auch wird die Freude an der Sprache geweckt.

Vorlesen

Auch beim Vorlesen werden bei den Kindern das Sprachgefühl und die Freude an der Sprache gefördert. Außerdem wird der Wortschatz erweitert und die Kinder lernen, dass die gedruckte Schrift eine Bedeutung enthält. Dabei eignen sich zum Vorlesen nicht nur Geschichten und Bilderbücher, sondern es gibt auch im ganz normalen Alltag viele Möglichkeiten zum Vorlesen: Beim Spaziergang können Schilder und Anzeigen an Bussen vorgelesen werden, beim Einkaufen kann man sich zusammen den Einkaufszettel anschauen und der Erwachsene kann den Namen von Produkten vorlesen oder zu Hause können alle möglichen Anleitungen zusammen erarbeitet werden, es gibt viele Anlässe zum Lesen.

Das Vorbild des Erwachsenen

Es ist gut, wenn Kinder Erwachsene beim Schreiben sehen, und zwar nicht ausschließlich am Computer, sondern auch von Hand. Schreiben Sie ruhig mal einen Brief oder eine Einkaufsliste, wenn ihr Kind dabei ist. Kinder lernen durch Nachahmung und sehen, wie Sie den Stift halten und den Schwung, den Sie der Schrift verleihen. Sie lernen ebenfalls den visuellen Unterschied zwischen gedruckter Schrift und Schreibschrift. Will ihr Kind auch selber mal schreiben, können sie ruhig das Gewünschte in Druckschrift und Großbuchstaben vorschreiben, was das Kind dann gerne selber nachschreiben wird. Meistens lernen Kinder im Alter von etwa fünf Jahren gerne, ihren eigenen Namen zu schreiben. Sie können Ihr Kind dabei unterstützen, indem Sie schon früh selber seinen Namen deutlich und in großen Druckbuchstaben zum Beispiel auf die Zeichnungen und Bilder des Kindes schreiben, oder Schilder mit dem Namen an der Kleidung oder anderen Gegenständen, die dem Kind gehören, anbringen. Das Kind erkennt dann bereits früh, wie sein Name in der Schrift aussieht. Man kann auch für etwas ältere Kinder Schilder mit den Namen von Gegenständen an diesen anbringen, zum Beispiel ein Schild mit dem Begriff „Motorradhose“ an Vaters Motorradhose.

Feinmotorik

Um später ordentlich schreiben zu können, ist es nötig, dass die Feinmotorik des Kindes gut ausgebildet ist. Man kann schon früh damit anfangen, indem man Knete zur Verfügung stellt oder den Kleinsten erlaubt, beim Backen oder Kochen zu helfen. Sogar die Kleinsten können eine kleine Menge Teig kneten, Plätzchen ausstechen oder mit einem stumpfen Messer weiches Gemüse für die Suppe schnippeln. Ab drei oder vier Jahren sollten dem Kind Wachsmalstifte oder dicke Buntstifte zur Verfügung stehen, die es selbstständig benutzen kann. Für fünfjährige Kinder eignen sich einfache Handarbeiten, wie freies Sticken und Nähen, um die Feinmotorik zu fördern.